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Globale Klimafolgen

Die Folgen des Klimawandels fallen global sehr unterschiedlich aus. Im Vierten Sachstandsbericht (2007) benennt der IPCC als wichtige Klimafolgen:

  • Wasserverfügbarkeit: erhöht sich in den feuchten Tropen und den hohen Breiten, während sie in den mittleren Breiten und semi-ariden äquatornahen Gebieten abnimmt. Hunderte Millionen zusätzlicher Menschen sind somit von Wasserknappheit bedroht.
  • Ökosysteme: Veränderung der Verbreitungsgebiete vieler Tier- und Pflanzenarten; selbst bei globaler Erwärmung um 2 °C sind bis zu 30% der Arten vom Aussterben bedroht.
  • Nahrung: tendenzielle Abnahme der landwirtschaftlichen Produktivität in den niederen Breiten, während sie in den mittleren und höheren Breiten zunächst zunimmt und erst ab 3-4 °C Erwärmung auch dort abnimmt. Negative Auswirkungen v.a. für die kleinbäuerliche Subsistenzwirtschaft und Fischerei.
  • Küstenregionen: Anstieg des Meeresspiegels um 18-59 cm (nach jüngsten Studien müssen diese Projektionen vermutlich erheblich nach oben korrigiert werden, bis 2100 scheint ein Anstieg um bis zu knapp 2 Meter möglich). Weltweite Zunahme der Bedrohung durch Überschwemmungen und Sturmfluten.
  • Gesundheit: Zunahme von Krankheiten und Sterbefällen durch Hitzewellen, Überschwemmungen und Dürren; Änderung der Verbreitungsgebiete von Krankheitsüberträgern.

Die globalen Klimaszenarien des IPCC bilden allerdings die Möglichkeit des „Umkippens“ sogenannter Kippelemente des globalen Klimasystems nicht ausreichend ab. Durch solche Selbstverstärkungsmechanismen könnte der Klimawandel beschleunigt und die Klimafolgen noch dramatischer ausfallen. Kippelemente sind Teilsysteme des globalen Klimasystems, die durch Schwellwertverhalten und positive Rückkopplungsmechanismen gekennzeichnet sind und, einmal in Gang gesetzt, zu erheblichen weiteren Klimaveränderungen führen (für eine Übersicht über die wichtigsten Kippelemente vgl. PIK). Die jeweiligen nicht zu überschreitenden Schwellwerte für das Einsetzen solcher irreversiblen Prozesse – wie z.B. das weitgehende Abschmelzen des arktischen Meereises und der grönländischen und antarktischen Eisschilde, das Auftauen des sibirischen Permafrostbodens oder der Zusammenbruch der nordatlantischen Ozeanzirkulation – sind mit den derzeitigen globalen Klimamodellen nur unbefriedigend abschätzbar. Fest steht aber, dass solche Ereignisse gravierende Folgen hätten und trotz noch bestehender Unsicherheiten ernst genommen werden müssen. Allein z.B. das Abschmelzen des Grönland-Eisschilds würde – obschon vermutlich verteilt auf mehrere Jahrhunderte – zu einem zusätzlichen Meeresspiegelanstieg von mehreren Metern führen.

Ohne sofortigen konsequenten Klimaschutz wächst daher die Wahrscheinlichkeit, dass in absehbarer Zukunft Klimawirkungen eintreten, gegen die Anpassung nur zu gigantischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Kosten zu haben wäre, die sich – wenn überhaupt - nur die Wenigsten würden leisten können. Dies macht deutlich, dass auf Klimaschutz – neben der ebenfalls notwendigen Klimaanpassung – nicht verzichtet werden kann.

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mehr Informationen:

  • Übersicht der wichtigsten Kippelemente siehe PIK (Inhalte werden derzeit überarbeitet)
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