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Resilienz (engl.: resilience)

Als Resilienz wird u. a. in der Ökologie die Fähigkeit von Ökosystemen beschrieben, Schocks und Störungen zu absorbieren und zentrale Funktionen in einem System auch in der Zeit von Stresseinwirkungen möglichst zu erhalten (Holling 1973; Folke 2006).

Das Resilienz-Konzept wurde in der Ökologie maßgeblich von C. S. Holling geprägt. Es wird heute auch auf soziale bzw. sozio-ökonomische und sozio-ökologische Systeme an­gewendet und wurde in dieser Hinsicht deutlich weiterentwickelt (u.a. Berkes et al. 2003; Brand, Jax 2007; Birkmann 2008).

Analog zur ökologischen Pufferkapazität ist mit Resilienz einerseits die Fähigkeit eines Systems gemeint, auch unter dem Einfluss externer Schocks und Störungen zentrale Funktionen aufrechtzuerhalten (Robustheit). Andererseits umfasst Resilienz die Fähigkeit zur Wiederherstellung des Systems („bounce back“) nach der Einwirkung von Störungen und Schocks und die Weiterentwicklung im Sinne von Lern- und Reorganisationsprozessen. Die in der englischsprachigen Literatur mit „recovery“ oder „coping capacity“ bezeichnete Eigenschaft ist gleichzusetzen mit der Bewältigungs­kapazität. Das Konzept der „engineering resilience“ (Hollnagel et al. 2006) betont diese Eigenschaft und misst sie anhand der Zeitspanne bis zur Wiedererlangung des Ausgangs­zustandes. In diesem Sinne erholt sich ein System von den Folgen einer Krise umso schneller, je resilienter es ist. Wegen der zugrunde liegenden Gleichgewichtsvorstellung (Annahme sta­biler Systeme, Rückkehr zum Ausgangszustand zurückgehend auf Pimm 1984) kritisieren et­liche Autoren (u.a. Folke 2006) eine Einschränkung des Resilienzbegriffs auf Robustheit und Bewältigungskapazität und beziehen eine Lernfähigkeit als dritte Dimension von Resilienz mit ein. Demnach ist ein resilientes System in der Lage zu lernen und sich veränderten (Um­welt-)Bedingungen anzupassen. Diesem sehr weitgefassten Begriffsverständnis folgend ver­fügt ein resilientes System oder eine resiliente Gesellschaft über eine hohe Anpassungs­kapazität und ist in der Lage, sich sowohl reaktiv als auch proaktiv an sich wandelnde Um­weltbedingungen anzupassen.

Eine klima-resiliente Raumentwicklung zielt daher nicht allein auf die Entwicklung ro­buster und widerstandsfähiger Strukturen, sondern sollte auch i.S. einer gezielten Reorgani­sationsphase Veränderungen in Richtung einer anpassungsfähigen Raumstruktur fördern.

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