background image

Unsicherheit

Unsicherheit ist ein Ausdruck für das Ausmaß, in dem ein Wert, Zustand oder Prozess unbekannt ist (IPCC 2012; z. B. der zukünftige Zustand des Klimasystems, der zukünftige Zustand der Gesell­schaft).

Unsicherheit kann viele Quellen haben, von bezifferbaren Fehlern in Daten über mehrdeutig formulierte Konzepte und Terminologien bis hin zu unsicheren Projektionen über mensch­liches Verhalten und gesellschaftliche Entwicklung. Unsicherheit kann deshalb entweder quantitativ angegeben werden, z. B. durch eine Spannweite von berechneten Werten aus ver­schiedenen Modellen, oder durch qualitative Aussagen, die das Urteil eines Expertenteams wiedergeben (IPCC 2007a).

In Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels gibt es aus verschiedenen Gründen eine vergleichsweise große Unsicherheit (s. Abb. 1 bei Klimaprojektionen), sodass sich derzeit zwar Trendaussagen machen lassen, das genaue Ausmaß des Klimawandels und seiner Aus­wirkungen (direkte und indirekte Folgen) jedoch nicht bekannt ist:

  • Den Klimaprojektionen liegen Annahmen zur zukünftigen sozio-ökonomischen Ent­wicklung in Form von Szenarien zugrunde.
  • Unterschiedliche Klimamodelle (global/regional) liefern unterschiedliche Ergebnisse (v. a. klimatische Extremereignisse sind schwer vorhersagbar)
  • Die Wirkung von sich wandelnden Klimaparametern auf Ökosysteme, Gesellschaften (in­klusive einzelner Raumnutzungen) und den Menschen sind sehr komplex.

Planung bedeutet grundsätzlich, zwischen Alternativen abzuwägen. Dabei besteht immer – auch bei guter Datengrundlage – ein gewisses Risiko, dass Entwicklungen anders verlaufen als vorhergesehen. Wichtige Ansatzpunkte zum Umgang mit Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Klimawandel sind:

  • Einbezug der Bandbreite möglicher Entwicklungen in planerische Konzepte
  • Berücksichtigung des generellen Ziels der Reduktion der Vulnerabilität gegenüber Ex­tremereignissen
  • Entwicklung resilienter, d. h. anpassungsflexibler Raumstrukturen und Verfolgung von No-Regret-Strategien, d. h. Konzentration auf Strategien und Maßnahmen, die unter un­terschiedlichen Entwicklungen zielführend sind
  • Einbezug der Öffentlichkeit bei der Bestimmung von Anpassungszielen, um gerade auf­grund der Unsicherheiten und des Nicht-Wissens eine höhere Akzeptanz in der breiten Bevölkerung anzustreben bzw. zu erzielen (Climate Change Governance)

Auch bei intensiver weiterer Forschung zum Klimawandel wird eine erhebliche Unsicher­heit bzgl. der Folgen des Klimawandels bestehen bleiben. Planungsinstrumente und planeri­sche Strategien sind folglich so weiterzuentwickeln, dass sie dieser Unsicherheit Rechnung tragen können (Anpassungsstrategien). So empfiehlt auch der Beirat für Raumordnung die Flexibilisierung von Raumplanung und deren Instrumentenset, beispielweise durch den Einsatz von Szenariotechniken (Beirat für Raumordnung 2008).

In dieser Kategorie befinden sich zurzeit keine Beiträge.

Inhalt abgleichen